Kurz & bündig
- Beat Mathys optimierte vor 20 Jahren die Kartoffelpflanztechnik.
- Er investierte in die All-in-one-Technik von Heiss.
- Die abschliessende Dammformung beim Setzen verbessert die Qualität und die Schlagkraft.
- Mit der Unterfussdüngung kann die Düngung mit dem Setzen kombiniert werden und es sind pflanzenbauliche Vorteile möglich.
Der Pioniergeist von Landwirt und Lohnunternehmer Beat Mathys aus dem freiburgischen Cressier macht Mut für die Schweizer Landwirtschaft und deren Zukunft. Nebst der Kartoffelsetztechnik All-in-one, bei der in einem Durchgang gepflanzt und der Damm fertig geformt wurde, setzt Mathys als erster Landwirt in der Schweiz einen Feldroboter ein. Dieser bereitet, entweder mit Grubber oder Kreiselegge, das Feld für das Setzen vor. Zudem erledigt der Feldroboter auch weitere Feldarbeiten.
«Die All-in-one-Technik hat sich sehr bewährt, obschon das Verfahren anfangs kritisch angeschaut wurde. Man war es sich nicht gewohnt, den Damm gleich beim Setzen fertig zu formen.» Genau das hat Beat Mathys jedoch gesucht. Die bis dahin konventionelle Technik machte ihm vor allem am Hang Mühe. Dort war es wegen der Abdrift mit dem Häufelgerät schwierig, die Dämme exakt über den Reihen zu formen: es kam zu Verlusten. «Diese Probleme sind mit der All-in-one verschwunden. Die Dämme sind immer mittig über das Pflanzgut geformt, selbst dann, wenn es zu Abdrift kommen sollte.»
Technische Entwicklungen bringen pflanzenbauliche Vorteile
Die Schlagkraft der All-in-one-Technik von Heiss wurde immer grösser. Das geschah nicht nur mit PS, sondern auch mit einer verfeinerten Bedienung der Maschine, die heute, im Gegensatz zu vor 20 Jahren, mit Isobus erfolgt. Die Pflanzabstände lassen sich heute beispielsweise leicht verstellen, da der Antrieb hydraulisch erfolgt, ohne mechanisches Wechseln von Ritzeln.
Ein pflanzenbaulicher Fortschritt ist die Unterfussdüngung. Dabei werden ein oder zwei Düngerkomponenten direkt im Wurzelbereich abgelegt. Diese präzise Platzierung verbessert die Nährstoffverfügbarkeit deutlich. Mathys setzt vor allem DAP-Dünger mit einem Verhältnis von 18 N zu 46 P ein. Die Pflanzen entwickeln sich schneller, da sie den Dünger rascher erreichen, und bilden mehr Knollen. Durch die bessere Jugendentwicklung konnte Beat Mathys den Pflanzabstand um rund 5 Zentimeter erhöhen, ohne Ertragseinbussen.
Weiter stellt Mathys fest, dass er mit dieser Düngungsart ein nicht ganz optimal versorgtes Feld, zum Beispiel bei einem Parzellentausch, kurzfristig und gezielt für den Kartoffelanbau, fokussiert auf den Wurzelbereich, in Sachen Nährstoffen besser versorgen kann.
«Möglich ist auch, die gesamte Düngermenge zur Saat zu geben», sagt er. Beat Mathys würde das am ehesten bei Parzellen ohne Bewässerungsmöglichkeit machen. Dann liegt der Dünger im feuchten Wurzelbereich und kann auch bei Trockenheit länger Nährstoffe nachliefern, als wenn er über die Oberfläche ausgebracht wird.
Auf dem Feld braucht es Schlagkraft
Die beste Technik nützt jedoch nichts, wenn die Schlagkraft auf dem Feld fehlt. Beat Mathys hat seine Philosophie mit dem All-in-one-Gedanken mittlerweile etwas geändert. «Anfangs dachte ich, man sollte das Feld nach der Grundbodenbearbeitung möglichst nicht weiter vorbereiten, sondern mit der All-in-one-Technik direkt auf der Pflugfurche arbeiten, um Aufwand und Kosten zu reduzieren.»
Heute geht es vor allem darum, dass die Schlagkraft so hoch wie möglich ist. Mathys kalkuliert mit einer durchschnittlichen Flächenleistung von 1,5 Std./ha. Die Schlagkraft erhöht er mit einer vorgängigen Bodenbearbeitung. Bei einer Frühlings-Pflugfurche schickt er den Feldroboter mit der Kreiselegge los. Bei einer Winterfurche ackert der Roboter vorgängig mit dem Grubber.
Die Bearbeitungstiefen liegen so um die 15 Zentimeter. «Dadurch erfolgt das Setzen zügiger, allenfalls kann sogar die Zapfwellendrehzahl reduziert werden und die Schlagkraft nimmt dennoch zu. Die Schlagkraft der Setzmaschine ist entscheidend. Darum kann es sich lohnen, vorgängig Aufwand zu betreiben, damit die Setzmaschine auf Fläche kommt.»
Logistik wird immer wichtiger
Wer beim Kartoffelpflanzen Schlagkraft will, muss die Logistik im Griff haben. Aus diesem Grund sind bei den Lohnunternehmerarbeiten von Beat Mathys meistens zwei Mitarbeiter an einer Parzelle beschäftigt. Einer fährt die Setzmaschine und der zweite bedient den Teleskoplader oder den Frontlader, um Pflanzgut und Dünger nachzuladen.
Wenn ein Kunde eigenen Dünger als Startgabe zur Pflanzung liefert, muss er vorgängig ein Düngemuster bei Mathys abliefern. Damit wird bereits vor der Saison eine Abdrehprobe gemacht und die Einstellung hinterlegt. «Ausserhalb der Saison oder an Regentagen kann man sich Zeit für solches nehmen. Diese Zeit ist sehr gut investiert und zahlt sich an einem Feldarbeitstag mehrfach zurück. Denn dann zeigt sich mehr als sonst, dass Zeit Geld ist.»
Alles in einem
Moderne Kartoffelsetztechnik erfolgt immer mehr mit dem sogenannten «All-in-one»-Verfahren. Lohnunternehmer Beat Mathys begann vor 20 Jahren als Pionier dieser Legetechnik mit einer Maschine des deutschen Herstellers Heiss. Mathys schätzt den Anteil dieser Legetechnik in der Schweiz heute auf bis zu 70 Prozent. Diverse Anbieter bauen entsprechende Maschinen.
Bei All-in-one werden Arbeitsschritte wie Bodenbearbeitung, Legen und Dammformung in einer einzigen Überfahrt kombiniert. Weitere Massnahmen wie Düngen und Beizen sind auch möglich. Das Pflanzgut wird mittig unter dem Damm platziert, was gegenüber der separaten Dammformung vor allem am Hang eine bessere Entwicklung ermöglicht und letztlich zu weniger grünen Knollen führen soll.